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Stablecoins: USDC, DAI & ihre Unterschiede

Für viele Nutzer sind Stablecoins (Was sind Stablecoins?) einer der ersten Berührungspunkte mit Kryptowährungen. Sie bieten die Möglichkeit, digitale Assets zu nutzen, ohne sich ständig mit starken Kursschwankungen auseinandersetzen zu müssen und alle paar Sekunden die Charts zu checken. Doch hinter der scheinbar einfachen Idee eines „digitalen Dollars“ verbergen sich sehr unterschiedliche Konzepte. USDC und DAI sind zwei Stablecoins, die zwar beide an den US-Dollar gekoppelt sind, aber auf völlig verschiedene Weise funktionieren. Der eine wird von Unternehmen ausgegeben und durch klassische Finanzwerte gedeckt, der andere entsteht dezentral durch ein Protokoll auf der Blockchain. Ein genauer Blick auf diese Unterschiede hilft bei der Einordnung dieser zwei Stablecoins.

Zentrale Stablecoins (Beispiel: USDC)

Der USD Coin (USDC) zählt zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Stablecoins. Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an einen stabilen Referenzwert gekoppelt ist. Im Fall von USDC handelt es sich um den US-Dollar. Seit seiner Einführung im September 2018 bildet USDC den Wert des US-Dollars im Verhältnis 1:1 ab – ein USDC entspricht somit genau einem US-Dollar.

Wie funktioniert USDC?

Um die stabile Preisbindung sicherzustellen, werden Stablecoins unterschiedlich abgesichert. USDC gehört zu den klassisch gedeckten Stablecoins. Das bedeutet, dass für jeden ausgegebenen Token entsprechende Vermögenswerte beim Herausgeber hinterlegt sind. Diese bestehen aus Fiat-Geld und hochwertigen, liquiden Anlagen, sodass der Token jederzeit wieder eingelöst werden kann. Für maximale Transparenz sorgt das Centre-Konsortium, das regelmäßig externe Prüfberichte veröffentlichen lässt. Laut diesen Berichten besteht der Großteil der Absicherung aus US-Staatsanleihen (Treasury Securities), während der verbleibende Teil in Bargeldreserven gehalten wird. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Gegenwert aller im Umlauf befindlichen USDC jederzeit vollständig gedeckt ist.

Warum wird USDC genutzt?

USDC ermöglicht es Anlegern und Händlern, einen wertstabilen Vermögenswert direkt auf der Blockchain zu halten, ohne auf klassische Bankkonten angewiesen zu sein. Dadurch lassen sich Kryptowährungen einfacher handeln, Gewinne absichern oder Kapital kurzfristig parken. Transaktionen mit Stablecoins sind in der Regel schneller, kostengünstiger und weniger bürokratisch als klassische Banküberweisungen – insbesondere im internationalen Zahlungsverkehr.

Wer steht hinter dem USD Coin?

Herausgegeben wird der USD Coin vom Centre-Konsortium, einem Zusammenschluss der Unternehmen Circle und Coinbase. Circle ist ein international tätiges Zahlungsdienstleistungsunternehmen, während Coinbase zu den größten und bekanntesten Kryptobörsen weltweit zählt.

Dezentrale Stablecoins (Beispiel: DAI)

DAI ist ein weiterer Stablecoin, dessen Wert an den US-Dollar gekoppelt ist. Anders als bei vielen Stablecoins, die durch echte US-Dollar abgesichert sind, basiert DAI auf einem dezentralen Modell, bei dem Kryptowährungen als Sicherheiten hinterlegt werden.

Wie funktioniert DAI?

Die Preisstabilität von DAI wird durch das Maker-Protokoll gewährleistet. Dieses nutzt ein System aus sogenannten Collateralized Debt Positions (CDPs), die oft auch als „Vaults“ bezeichnet werden. Nutzer können darin Kryptowährungen wie ETH als Sicherheit hinterlegen und erhalten im Gegenzug neu ausgegebene DAI-Token.Das Maker-Protokoll besteht aus einer Reihe von Smart Contracts, die genau definieren, wie neue DAI entstehen, welche Sicherheiten zugelassen sind und wann Positionen abgesichert oder aufgelöst werden müssen. Ein zentrales Element ist dabei das Oracle-System, das laufend Marktpreise erfasst und sicherstellt, dass der Wert der hinterlegten Sicherheiten ausreicht, um die Dollar-Parität von DAI zu halten.

Warum ist DAI überbesichert?

Da die hinterlegten Kryptowährungen starken Kursschwankungen unterliegen, arbeitet DAI mit Überbesicherung. Das bedeutet, dass der Wert der Sicherheiten den ausgegebenen DAI-Betrag deutlich übersteigen muss. Sinkt der Wert der Sicherheiten zu stark, wird die Position automatisch liquidiert, um das System zu schützen. Die Überbesicherung dient somit als Sicherheitspuffer gegen plötzliche Marktbewegungen.Man kann sich CDPs als digitale Tresore vorstellen: Du legst Kryptowährungen hinein und erhältst im Gegenzug stabiles, liquides Kapital in Form von DAI.

Was unterscheidet DAI von zentralen Stablecoins?

Im Gegensatz zu zentralisierten Stablecoins, die von Unternehmen nach eigenen Vorgaben ausgegeben werden, ist DAI vollständig dezentral organisiert. Neue DAI entstehen nicht durch einen Emittenten, sondern direkt durch die Nutzer selbst, indem sie das Maker-Protokoll verwenden. Die Steuerung des Systems erfolgt über die MakerDAO-Community, die Parameter wie Sicherheiten, Gebühren und Risikomodelle gemeinschaftlich festlegt.

Weitere Stablecoin-Modelle

Neben USDC und DAI existieren weitere Stablecoin-Typen, die unterschiedliche technische und ökonomische Ansätze verfolgen.

Algorithmische Stablecoins

Algorithmische Stablecoins versuchen, ihre Preisstabilität ohne vollständige Besicherung zu erreichen. Stattdessen steuern Smart Contracts Angebot und Nachfrage automatisch. Ein Bekanntes früheres Beispiel war UST (Terra). Der Vorteil solcher Stablecoins liegt in der Kapitaleffizienz, der Nachteil im erhöhten Systemrisiko: Fällt das Marktvertrauen, kann die Bindung an den USD schnell verloren gehen. Der Terra-Kollaps 2022 hat gezeigt, dass rein algorithmische Modelle nicht zu unterschätzende Risiken darstellen.

Hybride Stablecoins

Hybride Modelle kombinieren on-chain Sicherheiten mit algorithmischen Anpassungen. FRAX etwa war teilweise durch USDC gedeckt, teilweise algorithmisch stabilisiert. Diese Konstruktionen versuchen, die Stabilität zentraler Stablecoins mit der Flexibilität dezentraler Systeme zu verbinden, stehen aber regulatorisch unter genauerer Beobachtung.

Fragen?

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